Ein Taxon bezeichnet in der Systematik der Biologie eine Einheit von Lebewesen welche sich anhand bestimmter Kriterien logisch als Gruppe zusammenfassen lassen. Das Wort Taxon (Plural.: Taxa) leitet sich aus dem altgriechischen τάξις táxis, = zu Deutsch: „(An-)Ordnung“ oder „Rang“ ab. Die niedrigste Kategorisierung ist die Art bzw. Unterart. Dies sind Gruppen von Individuen die in einem recht engen Verwandschaftsverhältnis zueinander stehen und daher die kleinste systematische Einheit bilden.
So ist Morelia viridis ein Taxon, Morelia azurea pulcher ebenfalls, jedoch ist eine auf der Insel Yapen vorkommende Population von Morelia azurea ebensowenig ein eigenständiges Taxon, wie die Population der Aru Inseln von Morelia viridis.
Dies führt uns zum nächsten Problem:
Der Artbegriff in der Biologie
Erstaunlicherweise existiert in der Biologie kein allgemeiner Konsens darüber wie sich eine Art definiert. Obwohl der Artbegriff in der Biologie nahezu ständig in verschiedensten Zusammenhängen benutzt wird ist seine Definition Unbeständig . Daher (und aufgrund anderer Faktoren) ist auch die Taxonomie und Systematik ständig im Fluss.
Der Unterartbegriff in der Biologie
Weitaus problematischer als der Artbegriff ist der Unterartbegriff in der Biologie. Hier scheinen die Grenzen noch weitaus verschwommener und weit weniger greifbar definiert. Einige Biologen nehmen daher Abstand von dem Konzept einer Unterart wohingegen andere den Terminus nach wie vor verwenden und auch heute noch Unterarten beschrieben werden (siehe auch: ).
Lokalformen
Lokalformen können von der eigentlichen Art phänotypisch teils stark abweichen. Inwiefern diese Unterschiede biologisch signifikant sind und ob sie immer die gesamte Lokalpopulation betreffen ist oftmals noch nicht geklärt. Unter Umständen können solche Lokalformen durchaus eigene Arten oder Unterarten darstellen. Um dies zu verifizieren oder zu falsifizieren, sind jedoch ausschliesslich fundierte wissenschaftliche Arbeiten geeignet. Diese benötigen leider oftmals länger als man sich das für ein Erhaltungszuchtprogramm wünschen kann.
Konsequenzen daraus
Problematisch wird die im Fluss befindliche Wissenschaft, wenn man versucht eine Art zu schützen oder eine ex-situ Population aufzubauen. Teilweise wird im besten Gewissen und anhand des derzeit mehrheitlich anerkannten biologischen Status gehandelt, jedoch kann sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass die Erhaltungszucht versehentlich mit Individuen verscheidener Taxa (die sich aber trotzdem vermehren können) begonnen wurde. In solchen Fällen können die artspezifischen Anpassungen an einen spezifischen Lebensraum durch das Hybridisieren für immer verloren sein. Aus einer Hybridzucht gibt es kein zurück mehr.
Ebenso können einige Naturgebiete unter Schutz gestellt werden und andere geopfert werden, nur um zu einem späteren Zeitpunkt zu erkennen, dass in den geopferten Gebieten eine endemische Art lebte die nun ausgestorben ist.
Vor diesem Hintergrund, erscheint es absolut sinnvoll Tiere mit bestimmten Merkmalen und sichere Lokalformen (auch wenn diese derzeit keinen Artstatus besitzen) rein nachzuzüchten und nicht mit anderen Tieren zu verpaaren.
Die Terraristik
Ein großes Lob muss man in diesem Zusammenhang den Baumpythonhaltern und -züchtern aussprechen. Es scheint als haben diese sehr früh die Unterscheide einzelner Populationen erkannt und auch nach dem Besten Ihrer Möglichkeiten dokumentiert (siehe: ).
Da diese Beobachtungen jedoch immer nur an einem kleinen Teil der Tiere stattfinden können und die Provenienz nicht immer mit abschliessender Sicherheit geklärt werden kann, lassen sich niemals allgemeingültige Schlüsse auf das Erscheinungsbild aller Individuen der gesamten Population ziehen. Hierzu bedarf es wissenschaftlicher Feldstudien und ggf. auch eine Untersuchung von Belegexemplaren in Museen, sofern diese überhaupt in ausreichender Anzahl und mit gesichertem Fundort vorhanden sind.
Trotzdem hat die Terraristik der Wissenschaft im Falle des Baumpythons eine recht fundierte Steigbügelhilfe geleistet, da durch die Arbeit und Beobachtung von Hobbyisten bereits viel über die Unterschiede in Morphologie, Chromatologie und Verhalten sowohl von Adulttieren als auch Jungtieren bekannt war.
Implementierung der Taxonomie in die Internationale Gesetzgebung
Obwohl die taxonomische Situation der Baumpython Arten durch die Arbeit von Natusch und Kollegen im Jahr 2020 revidiert worden ist , wurde diese Revision noch nicht (Stand: Januar 2024) in das Cites Regelwerk implementiert. Über die Arbeit ist man sich übrigens durachaus im Klaren wie untenstehender Screenshot zeigt.

Jedoch wird die neue Art Morelia azurea als Synonym zu Morelia viridis behandelt. Es bedarf oftmals einiger Zeit bis taxonomische Änderungen vollständig in die Internationale Gesetzgebung integriert sind.
Dadurch werden auch heute noch Baumpythons der verschiedenen Arten und Unterarten legal aus Indonesien exportiert, jedoch allesamt unter der Bezeichnung Morelia viridis. Aufgrund dieser Tatsachen dürfte es derzeit keine international gültigen Dokumente geben, welche Exemplare der Art Morelia azurea (oder ihre Unterarten) als solche ausweisen.
Quellen
